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Toni Stegmayer

Sein und Deuten | Skulpturen


 Galerie Straihammer
  und Seidenschwann

 30.05. - 13.07.2019

 

Eröffnung: am Mittwoch, dem 29. Mai 2019, 19-21 Uhr
Zur Ausstellung: Hartwig Knack


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Bardiglio #2, 2018/19, Stein, 32,5 x 37,5 x 37,5 cm
Bardiglio #3, 2018/19, Stein, zweiteilig, je 25,2 x 30,8 x 10 cm

Galerie Straihammer & Seidenschwann zeigt neue Arbeiten des Bildhauers Toni Stegmayer. Kraftvolle Steinbögen, ästhetische Endlosschleifen und statisch ausbalancierte Modulsysteme stellen einen repräsentativen Ausschnitt aus dem skulpturalen Werk des Bildhauers dar, der heute sehr eigenständig und konkret arbeitet, obwohl er seine Herkunft u. a. bei Wotruba, Hrdlicka und Giacometti sieht.

Der Bildhauer Toni Stegmayer stellt in seinen Arbeiten die Frage nach der reinen, deutungsfreien Kunst. Es entstehen annähernd konkrete Steinskulpturen, die ihre Materialität akzeptieren und dennoch immer wieder auf die Probe stellen. In diesem Spielraum zwischen Versuch und Ergebnis, zwischen Grundstoff und skulpturaler Form hat nur wenig Zufall Platz. Aber die Werke lassen staunen, denn sie beanspruchen die Wahrnehmung und Information des Betrachters, der hineingezogen wird in den Prozess der Entstehung.

Was der Betrachter sieht, ist, was es ist, und anstelle der Deutung muss er sich den grundlegenden bildhauerischen Fragen stellen.

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Bogen, 2019, Belgisch Granit, 111 x 38 x 14,5 cm

Künstler, Werk und Betrachter sind für die Kunstrezeption wesentlich. Soll mittels Kunst eine Botschaft transportiert werden, ist die rechte Deutung des Gemeinten das Ziel. Die lange Tradition der Hermeneutik in unterschiedlichen Ausprägungen befasst sich mit den Annäherungen an das Werk, das verstanden werden soll, und zwar so, wie es vom Verfasser oder Künstler intendiert ist.

Gegenständliche Kunst gibt vor, was gesehen wird. Kontext und künstlerische Haltung vermitteln das damit Gemeinte. Spirituelle Kunst verschafft dem Unsichtbaren eine Gestalt. Ungegenständliche, konkrete Kunst zeigt das Material und richtet den Fokus auf Strukturen, Systeme, Rhythmus. Alle Qualitäten des unmittelbar Anwesenden werden zum Thema: Gewicht und Masse, Größe und Proportion, Form und Oberfläche, Fläche und Körper, Raum und Volumen, Ruhe und Spannung. All das bedeutet das Sein des Kunstwerks selbst. Es hat die größtmögliche Autonomie, ist frei von Spekulationen und Interpretationen, verbirgt kein Geheimnis, sondern zeigt sich wie es ist: offen, klar, verständlich, pur.

Dadurch entsteht seine Schönheit.

Die Anwesenheit des reinen Kunstwerks ist ein Statement über Information und Wahrnehmung und somit aktuell wie nie. 

(Text Hannah Stegmayer)

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CURVE, 2018, Muschelkalk, 27,5 x 35,5 x 10,6 cm

Biografie

1957 *lebt und arbeitet in Kiefersfelden

Ausbildung zum Steinbildhauer

seit 1984 Arbeit als freischaffender Bildhauer und Videokünstler

Zusammenarbeit u.a. mit George Brecht, Francesco Conz, Ben Patterson, Emmett Williams, Geoffrey Hendricks 

Arbeit im Künstlerteam H+T Stegmayer mit Hannah Stegmayer

seit 2016 Dozent an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor

Preise und Förderungen

2014/15 Artist in Residence: Emily Harvey Foundation, Venedig

2006 Förderung des Tiroler Wissenschaftsfonds TWF (Buchprojekt)

2005 Artist in Residence, Factory/Kunsthalle Krems (A)

1982 Stipendium zur Höchstbegabtenförderung des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft

1. Preis der Danner-Stiftung für Bau und Gestalten, München