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Collage

 

 ZS art Galerie
 24.01. - 02.03.2018

Vernissage: am Dienstag, 23. Jänner 2018, 19:30 Uhr
Einführende Worte: Mag. Maria Christine Holter, Kunsthistorikerin


Marie-France Goerens, Ingeborg G. Pluhar, Roland Goeschl, CX Huth, Alex Klein, Thomas Koch, Karl Kriebel, Tonneke Sengers, Irene Wölfl

Die Collage ermöglicht eine dadaistische Umverteilung und Allianz unterschiedlichster Sprachmittel. Die unerschöpfliche Bandbreite nährt sich aus einer Materialvielfalt kreierter oder gefundener Bausteine, die durch individuelle Interventionen zu neuen Aussagen formuliert wird. Geschnittene bzw. gerissene Fragmente aus gemalten, skizzierten, gedruckten bis hin zu plastisch geformten Botschaften erlauben Stopps, Brüche, radikale Wendungen, ja provozieren geradezu fremde (Dis)Harmonien.

zs art möchte in dieser speziell der Collage gewidmeten Ausstellung durchaus kontroversielle Beispiele aus dem reichhaltigen Spektrum dieses Genres präsentieren.

Die Arbeiten von Marie-France Goerens sind stets ein Abbild von realem Raum, die Überführung einer Bewegung in einen 3-dimensionalen abstrakten Raum und die Verflachung in die Zweidimensionalität. Die Übereinanderlagerung verschiedener Ebenen sind für Marie-France Goerens eine sinnbildliche Verdichtung von Raum und Zeit.

Roland Goeschl, einer der wichtigsten österreichischen Bildhauer der Avantgarde nach 1945, nutzte die Collage, um neue Kompositionen innerhalb seiner Tricolore zu erarbeiten. Im Zyklus „Eselsohr“ lotet Roland Goeschl die Möglichkeiten aus, die sich aus dem Umknicken der Ecken eines Rechtecks ergeben können.

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Roland Goeschl, Ohne Titel (Projekt Eselsohr), 2001, Collage, 41,7 x 29,5 cm auf 70 x 50 cm; © zs art galerie

Die Bildhauerin Ingeborg G. Pluhar nützt für ihre „Schüttels“, kurzlebige, triviale Momentaufnahmen, die sie aus Illustrierten schneidet, um sie zu zeitloser Zufalls-Ästhetik zusammenzufügen. Ihre Ästhetik verharrt zwar in der Zeit, aber ohne Bezug zur ursprünglich abgebildeten Realität.

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Ingeborg G. Pluhar, Gefund, 1981, Collage, 87 x 62 cm; © zs art galerie

Die surrealen Pop-Art-Collagen von CX Huth erzählen surreale Beziehungen surrealer Wesen. Stories, die oft enden, wie sie begannen. Die alles offen lassen, die dem individuellen Lebens-Lauf nicht vorgreifen wollen. Der Sammler skurriler, bunter Popmusik und Plastik-Dinge schreibt, zeichnet, malt und recycelt seine Geschichten häufig in Collagen. In dieser Methode fühlt sich CX am wohlsten, da greift er zurück, um wieder in einer fiktiven Zukunft zu landen.

Das Thema Collage auch der kommt der Arbeitsweise von Alex Klein sehr entgegen. Entsprechend fertigt er seine Schichten eigens für die Collage an, indem er diese übereinander aufträgt, um sie wieder abzuschleifen und wieder zu übermalen. Erst wenn die Schichtungen seinen Anspruch genügen, komponiert er die Bausteine, Pinselstrichen gleich, zu einem Ganzen.

Thomas Koch findet seine Inspiration im nahen Umfeld. Er entnimmt der banalen Alltagswirklichkeit Versatzstücke, imaginär Ausgeschnittenes, um es modifiziert in seiner Handschrift wieder neu zu ordnen. Er zelebriert damit im Kleinen, scheinbar Unbedeutenden, die Großartigkeit und Vielfalt des Lebens.

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Thomas Koch, Ohne Titel, 2017, Collage, Tusche, Papier auf Holz, 128 x 128 cm auf 150 x 150 cm;
© Thomas Koch

Die linearen Architekturanordnungen von Karl Kriebel sind das Ergebnis eines vielschichtigen, malerischen Vorgangs. Die Überschneidungen, Verwischungen, der ständige Wechsel zwischen transparenter Fläche und räumlicher Illusion prädestinieren die Collage als eine logisches Kriebel-adäquates Metier.

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Karl Kriebel, Ohne Titel, 2017, Collage, 60 x 50 cm; © Karl Kriebel

Tonneke Sengers verbindet Kunst und Architektur. Mit ihren jüngsten Collagen bezieht sie offensichtlich Wertloses wie Unkraut, Lurch und Staub ein, indem sie daraus Papier selbst schöpft. Die so entstandene Farbigkeiten komponiert sie in Form von „Triangles“ zueinander und stellt sie in den Dialog mit dem Raum.

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Tonneke Sengers, TRIANGLES 1, 2017, selbstgeschöpftes Papier aus Gartenabfällen und Staub, 55 x 60 cm; © Tonneke Sengers

Irene Wölfl arbeitet fast ausschließlich mit Abfallmaterialien – Plastik, Papier, Metall, Kabeln – Gefundenem, Weggeworfenem, Zurückgelassenem. Sie "malt" mit den kurzlebigen Zeitzeugen unserer Wegwerfgesellschaft, mischt Farben durch übereinanderschichten unterschiedlich transparenter Materialien. Ihre Collagen sind unterschwellig kritische Dokumente leichtfertiger Verschwendung.