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K.U.SCH. Renate Krätschmer und Sito Schwarzenberger

Am Rande des Etwas


 Galerie Straihammer
  und Seidenschwann

 08.06. - 09.09.2017

 

Eröffnung: am Dienstag, dem 6. Juni 2017, um 19:00 Uhr
Kurator Hartwig Knack spricht zur Ausstellung.


Der Mensch, eingebunden in die Natur und seine kulturelle Identität, gefangen in gesell­schaft­­lichen Normen und Zwängen, sie kritisierend oder radikal aus ihnen ausbrechend, ist seit jeher das bestimmende Thema im Schaffen der 1972 von Renate Krätschmer und Jörg Schwarzenberger (1943-2013) gegründeten Künstlergruppe K.U.SCH., der 2006 ihr Sohn Sito beigetreten ist. 

In einer Bodenarbeit, die sich zum Teil die Wand es Ausstellungsraums erobert, arrangiert Sito Schwarzenberger für diese Schau unterschiedlichste Zeichen, Symbole, Textfragmen­te und Fundstücke inhaltlich zu einem übergeordneten Ganzen. Ambivalentes, Assoziatives und Gegensätzli­ches gehören für K.U.SCH. grundsätzlich zueinander. Dinge, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben bedingen einander doch in letzter Konsequenz. Hier schwingt der Gedanke des Gesamtkunstwerks mit, den K.U.SCH. seit jeher verfolgen: Die Verknüpfung von Kunst und Leben als Einheit.

Rhythmus, Dynamik und Bewegung sind konstitutive Merkmale der Zeichnungen und Objek­te Renate Krätschmers. Ihre Selbstporträts, mit dem Bleistift einmal chaotisch verdichtet, einmal zeichenhaft reduziert ausgeführt, gewähren vertrauliche Einblicke. Andere Blätter zeigen mit Farbstiften oder mit dem Pinsel kalligrafisch erfasste und rhythmisch bewegte Figurenkürzel, die die Künstlerin 2013 in einem Modell dreidimensional umgesetzt hat. Diese „Rhythmi­schen Gestikulationskürzel“ zeigen abstrahierte Bewegungen von Tänzern, die in einer würfelförmigen Anordnung kulissenhaft wie auf einer Theaterbühne gestaffelt hinterein­ander präsentiert sind. Beim Durchblicken der unterschiedlichen Ebenen ergeben sich je nach Perspektivwechsel mal räumliche Verdichtungen und mal offene Strukturen.

Bild
Renate Krätschmer, Rhythmische Gestikulationen, 1990-2012 (c)Sito Schwarzenberger

K.U.SCH. (1972 gegründet von Renate Krätschmer Und Jörg SCHwarzenberger; seit 2006 mit Sito): Renate Krätschmer und Jörg Schwarzenberger wurden beide 1943 in Wien geboren, wo Jörg Schwarzenberger 2013 auch verstarb. Sito Schwarzenberger wurde 1976 in Graz geboren. K.U.SCH. leben und arbeiten in Wien und Krems.

Die Künstlergruppe versteht ihre interdisziplinäre Arbeit im Sinne eines erweiterten Kunst­begriffs und eines „konzeptionellen Dadaismus“. Ihr Œuvre umfasst Objektkunst, Raumin­stalla­tionen, Korrespondenzen im freien (natürlichen) Gelände, Interventionen im öffentlichen (urbanen) Raum, Filme, Texte, performative Arbeit in Richtung Gesamtkunstwerk bzw. einer spezifisch entwickelten Form von Prozessionstheater und im Weiteren von Laufstegtheater. Seit 1971 Kontakte zu Fluxus, Arte Povera und zur internationalen Mail-Art-Bewegung. Jörg Schwarzenberger war 1977 auch Mitbegründer der Stadtzeitschrift „Falter“. 

Zahlreiche Stipendien und Studienaufenthalte führten K.U.SCH nach Rom und Paliano in Italien, nach Japan, die Niederlande und Uruguay sowie ab 2004 immer wieder nach China. 

Das erste Prozessionstheater wurde 1988 für das erste Donaufestival in Krems realisiert, weitere folgten, u. a. 1992 für die Graphische Sammlung Albertina. Das „Laufstegtheater“ inszenierten K.U.SCH. 1996 auf der Donauinsel in Wien, 2000 auf Schloss Lengenfeld in Niederösterreich, im Kabelwerk in Wien und 2002 im Klangraum Krems. 2005 gab es das „Non-Stop-Shopping-Theater“ in der Fußgängerzone in Krems, 2009 „Funken Soundwhich“ am Wachtberg bei Gars am Kamp und die Performance „Feuchtgebiete“ zur Ausstellung „EVO-EVO“ im Künstlerhaus Wien. 2010 entstand die Performance „FLEXATIV“ begleitend zur „Waber Retrospektive und Weggefährten“ für das Leopold-Museum in Wien sowie zahlreiche ähnliche Projekte in Berlin, Wien und Niederösterreich. 

Ab 1970 zeigten K.U.SCH. ihre Arbeiten in Dutzenden Personalausstellungen und bei Ausstellungsbeteiligungen in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Taiwan, Berlin, Krakau, St. Pölten, Nanjing, Bejing, Tulln und Krems, so in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum in Graz, in der Wiener Secession, im Nanjing Shenghua Arts Center, und in der RCM Gallery of Nanjing in China, im Künstlerhaus Wien oder bei ZEITKUNST N.Ö. in St. Pölten. 

1995 erhielten K.U.SCH. den Würdigungspreis des Landes N.Ö. für Bildende Kunst